Eugenik damals und heute – Vera Sharav

Fassung:

Zum 75. Jahrestag des Nürnberger Prozesses warnte Vera Sharav, Überlebende des Holocaust, vor den unzähligen Parallelen zwischen der heutigen Welt und jener, der sie als Kind wie durch ein Wunder entkommen ist. Daraus entstand ein Dokumentarfilm, den wir hier in der deutschen Voice-over-Fassung zeigen; das englische Original ist darüber wählbar, damit alle diese außergewöhnliche Frau hören können.

Archivaufnahmen und weitere StimmenEs war der 75. Jahrestag des Nürnberger Kodex. Er fand mitten in der Covid-Pandemie statt.

Vera SharavDiese letzten zwei Jahre waren besonders belastend, weil sie schmerzhafte Erinnerungen in mir wieder wachgerufen haben. 1941 wurde meine Familie von Rumänien in die Ukraine deportiert. Wir wurden in ein Konzentrationslager gepfercht und im Wesentlichen dem Hungertod überlassen. Der Tod war überall, er hing über uns. Mein Vater starb im Lager an Typhus, der Infektionskrankheit, die in allen Konzentrationslagern und Ghettos wütete, wegen der miserablen hygienischen Bedingungen. 1944, als die Endlösung aggressiv vorangetrieben wurde, löste sich Rumänien vom Bündnis mit Nazideutschland und erlaubte mehreren hundert jüdischen Waisenkindern, nach Rumänien zurückzukehren, wenn sie dort noch Verwandte hatten. Obwohl ich keine Waise war, log meine Mutter, um mir das Leben zu retten. Ich stieg in einen Viehwaggonzug, denselben Zug, der weiterhin Juden in die Vernichtungslager brachte.

Quelle: OVALmedia, „Eugenik damals und heute – Vera Sharav“. Transkript und Übersetzungen: OVALmedia.

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