Miriam Reichel Interview

Ich freue mich sehr über mein heutiges Gespräch mit Dr. med. Ute Krüger. Du bist Fachärztin für Pathologie und Oberärztin an einem Städtischen Krankenhaus in Schweden.

Viele Krebspatienten sind sich unsicher über die Auswirkungen der Corona-Impfung auf ihr Krebsgeschehen. Bisher werden von den meisten Onkologen die Impfungen empfohlen, auch wenn es noch keine Studien an Krebspatienten gibt. In den nächsten Jahren wird es sehr interessant sein zu sehen, ob die Impfung negative Auswirkungen auf das Tumorgeschehen in der Bevölkerung hat.

Mein Name ist Miriam Reichel und ich hatte 2004 eine Krebserkrankung im Endstadium und bin seit 2005 vollständig gesund. Ich habe mehrere Bücher zum Thema Krebs und Heilung geschrieben. Daher interessiert mich der Einfluss von Umwelt und Medizin auf Krebs besonders.

1) Möchtest Du noch etwas zu Dir sagen, liebe Ute?

Ich freue mich sehr, mich heute mit Dir unterhalten zu dürfen, liebe Miriam. Mich hat Deine bisherige Lebensgeschichte sehr berührt, insbesondere die Heilung Deines Krebses im Endstadium. Das hat mir wieder einmal mehr gezeigt, dass wir Schulmediziner vieles eben nicht wissen, wir viel offener sein müssen, da es noch unglaublich viel zu erforschen gibt.

2) Die Krebsrate in Europa steigt kontinuierlich. 2020 war der Brustkrebs führend. Deutschland liegt bei 70,4 Fällen pro 100.000. In Schweden ist die Rate sogar noch höher und liegt bei 73,4. Belgien hat die meisten Brustkrebsfälle in Europa. Nun wird oftmals behauptet, dass die Krebsrate durch die neue Corona-Impfung noch weiter steigen könnte.

Du arbeitest seit 18 Jahren als Pathologin vorrangig im Bereich Brustkrebs. Gibt es Veränderungen in der letzten Zeit?

Ich würde ganz gerne zum besseren Verständnis zuerst die Tätigkeit eines Pathologen erklären. Die weit verbreitete Meinung, leider auch unter einigen Medizinern, ist, dass sich Pathologen ausschließlich mit der Obduktion von Verstorbenen beschäftigen.

Die Hauptbeschäftigung eines Pathologen besteht jedoch darin, Gewebeproben von lebenden Patienten zu untersuchen. Das Ergebnis dieser Untersuchung legt dann den Grundstein für die folgende Therapie der Patienten. Ohne Pathologen würde es im schulmedizinischen Sinne keine Tumorbehandlung geben.

Und nun zur eigentlichen Frage, ob ich in der letzten Zeit Veränderungen bemerkt habe:

In den letzten Monaten habe ich das Gefühl, dass die Tumoren in der Brust größer sind. Hier in Schweden gibt es ein sehr gut funktionierendes Mammographie-Screeningprogramm.

Frauen im Alter von 40-74 Jahren haben die Möglichkeit zur regelmäßigen radiologischen Kontrolle, um Tumoren in der Brust frühzeitig zu erkennen. Es war also bisher selten, dass die Tumoren in meinem Untersuchungsgut größer als 3 cm waren. Jetzt sehe ich Tumoren, die nicht selten größer als 4 cm sind. Tumoren von 5 cm, 6 cm, 10 cm und in der letzten Woche sogar 16 cm, das heißt die gesamte Brust einnehmend, waren früher Raritäten, finden sich aber nun in meinem Untersuchungsmaterial.

Zudem habe ich das Gefühl, dass die Patientinnen jünger sind. Ich habe in den letzten sechs Jahren in meinem bevölkerungsbasierten Forschungsmaterial 1500 Brustkrebsfälle begutachtet und habe also nicht nur durch die täglichen Routinepräparate, sondern auch durch die Forschung eine Vorstellung davon, wie alt die Patientinnen normalerweise sind, wenn sie an Brustkrebs erkranken. In der letzten Zeit sehe ich nicht selten Brustkrebsfälle von Patientinnen, die in den 70-er und 80-er Jahren und vereinzelt auch in den 90-er Jahren geboren sind. Das heißt, es handelt sich um 35- bis 50-jährige Patientinnen.

Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Tumoren aggressiver wachsen, also schlechter differenziert sind. Ich möchte das gerne mit zwei Bildern verdeutlichen. Man sieht hier ein Schnittpräparat in 150-facher Vergrößerung, also einen circa 4 Mikrometer dünnen Schnitt vom Tumorgewebe, welches angefärbt wurde um es leichter sichtbar zu machen.

Hier sieht man drüsenartige Verbände, die oft in besser differenzierten Brustkrebsfällen auftreten. Im nächsten Bild sieht man einen aggressiv wachsenden Tumor – also keine drüsenartigen Verbände wie im vorherigen Bild, sondern oft solides, also kompaktes Tumorwachstum. Die Zellen weisen größere Zellkerne auf.

3) Es wird oft der KI-67 Faktor erwähnt – ein Protein, das zur Markierung sich teilender Zellen eingesetzt wird – und, dass es nun einen höheren Faktor als gewöhnlich gäbe, also ein schnelleres Zellwachstum. Was macht das schnelle Zellwachstum so negativ und was konntest Du in diesem Bereich beobachten?

Das passt zusammen mit dem zuletzt Gesagten. Die Tumoren wachsen scheinbar aggressiver, die Zellen teilen sich häufiger. Ich sehe im Schnittpräparat viele Mitosen, also Kernteilungsfiguren, welche ich mit Pfeilen gekennzeichnet habe. Ki-67 ist ein Antikörper, der die Zellen anfärbt, die sich in der aktiven Phase des Zellzyklus befinden, also zum Beispiel auch in der Mitosephase. Sind also viele Zellen in Teilung, werden viele Zellen mit Ki-67 markiert.

Hierbei kann ich vielleicht noch auf die Probleme eines aggressiv wachsenden Tumors eingehen. Langsamer wachsende kleine Tumoren werden oft chirurgisch, also mit einer Operation entfernt. Sind die Tumoren aber größer, finden sich möglicherweise auch schon Lymphknotenmetastasen, also eine Tumorstreuung fern vom eigentlichen Ort der Entstehung in der Brust. Hier wird häufig die Tumorbehandlung mit einer Chemotherapie, einer so genannten neoadjuvanten Behandlung begonnen. Erst nach Monaten der Chemotherapie wird dann operiert. Nach der Operation schließt sich meistens eine Bestrahlung der Brust und/oder der Achselhöhle an.

4) Man spricht von niedrigen und hohen Ki-67 Werten. Welche Werte konntest Du beobachten?

Hierzu ist wichtig zu wissen, dass etwa 2/3 der bösartigen Brusttumoren geringer proliferierend sind, also einen geringeren Ki-67 Wert haben, und etwa 1/3 der bösartigen Brusttumoren hoch proliferativ sind, also einen höheren Ki-67 Wert haben. Ein sehr langsam wachsender Tumor zeigt zum Beispiel einen Ki-67 Wert von 10 %.

Das heißt 10 % der Zellen im Tumor befinden sich in der Zellteilung. Hier im Bild die braun gefärbten Zellkerne. Alle anderen schwach blau gefärbten Zellkerne sind negativ für Ki-67, also nicht in Zellteilung.

Schneller wachsende Tumoren haben einen deutlich höheren Ki-67 Wert, zum Beispiel 35 %. Hier befinden sich viel mehr Zellen in Teilung. Ich habe den Eindruck, dass ich jetzt häufiger Tumoren im Untersuchungsmaterial sehe, die Ki-67 Werte von 50 % wie hier im Bild, 75 % oder mehr aufweisen. Das heißt die Hälfte, 2/3 oder noch mehr der Tumorzellen befinden sich in Zellteilung, welches bedeutet, dass die Tumoren extrem schnell wachsen.

5) Es werden nach Impfung vermehrt Entzündungsprozesse wahrgenommen als Nebenwirkungen. Primär sind uns die Herzmuskelentzündung und entzündliche Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel die Vaskulitis bekannt. Krebserkrankungen haben ihren Ursprung meist in entzündlichen Prozessen. Könnten durch diese Prozesse mehr Krebsfälle entstehen?

Das ist nicht auszuschließen.

Es gibt ja zum Beispiel ein höheres Brustkrebsrisiko bei übergewichtigen Frauen. Eine Theorie ist, dass durch die veränderte Fettgewebsfunktion und das Absterben von Fettzellen eine geringe chronische Entzündung entsteht und hierdurch eine Tumorentstehung begünstigt wird.

Es wird sich also im Verlauf der nächsten Jahre zeigen, welchen Einfluss diese scheinbar nach Impfung entstandenen Autoimmunerkrankungen, also entzündlichen Veränderungen, auf die Tumorentstehung haben.

6) Es wird oft behauptet, dass das Immunsystem durch die Impfung überreagiert und es verstärkt auch zu Lymphozyteninfiltraten kommt. Kann dieser Vorgang eine Auswirkung auf einen Tumor haben?

Das hängt eng zusammen mit der vorherigen Frage. Lymphozyten gehören zur Gruppe der weißen Blutkörperchen, die spezifische Aufgaben bei der Abwehr von Krankheitserregern erfüllen. In einem Teil der bösartigen Brusttumoren finden sich sogenannte tumorinfiltrierende Lymphozyten, also Entzündungszellen im Tumor. Das ist ein Thema, mit dem ich mich in meiner Forschung beschäftige. Hier habe ich Mammakarzinome, die in den Jahren 1996-2014 diagnostiziert wurden, begutachtet. Es gilt zu unterscheiden, ob es sich um tumorwachstumsstimulierende oder tumorwachstumshemmende Entzündungszellen im Tumor handelt. Welchen Einfluss die scheinbar durch Impfung ausgelöste überschießende Immunreaktion auf das Tumorwachstum hat, wird die Forschung der nächsten Jahre zeigen.

7) Im renommierten New England Journal of Medicine wurde über Versuche mit RNA-Impfstoffen gegen SARS und MERS berichtet, die abgebrochen werden mussten, weil sich im Tierversuch zeigte, dass es zu einer schwerwiegenden Autoimmunreaktion mit Entzündungen des Lungengewebes kam1. Dies wurde auf eine Überreaktion der T-Helferzellen des Typs 2 zurückgeführt, welche die Stärke einer Immunreaktion regulieren. Normalerweise wirken die T-Zellen besonders effektiv sowohl gegen infizierte als auch abnormale Zellen. Kann dies dazu führen, dass unser Immunsystem nicht mehr gegen Krebszellen vorgeht?

Das Immunsystem, also unser eingebautes Abwehrsystem im Körper, ist sehr komplex. Ich möchte versuchen, es vereinfacht zu erklären, um dann auf Deine Frage einzugehen.

Es gibt die unspezifische, angeborene Abwehr und die spezifische, erworbene Abwehr. Das optimale Zusammenspiel dieser beiden Abwehrmechanismen lässt uns gesund bleiben. Es schützt uns vor Krankheitserregern, wie Bakterien, Viren und Parasiten, aber auch vor der Entstehung von Krebs, der durch eine fehlerhafte Veränderung unserer eigenen Körperzellen entsteht.

Die unspezifische Immunantwort antwortet als erstes auf das Eindringen eines Erregers mit der Aktivierung von Granulozyten, Makrophagen und dendritischer Zellen. All diese sind Fresszellen. Sowohl die dendritischen Zellen, als auch die Makrophagen zerlegen den Erreger in ihrem Inneren und präsentieren Bruchstücke von ihm auf ihrer Zelloberfläche und zirkulieren im Körper. Dann kommt die spezifische Immunantwort ins Spiel.

Die spezifischen Abwehrzellen, die Lymphozyten als Spezialisten der menschlichen Abwehrkräfte werden mobilisiert. Durch die Interaktion der Fresszellen mit den T-Zellen werden über Typ1-Helferzellen die Killerzellen (oder zytotoxischen T-Zellen, wie sie eigentlich heißen) aktiviert. Diese Killerzellen eliminieren die mit dem Erreger infizierten Zellen oder die fehlerhaft entstandenen krankhaften Zellen in unserem Körper.

Die wichtigste Funktion der von Dir angesprochenen Typ2-Helferzellen besteht in der Aktivierung der B-Zellen, also der antikörperproduzierenden Zellen.

Kommt es zu einer Überaktivierung, entsteht eine Autoimmunerkrankung, wie in dem erwähnten Artikel im Tierversuch beschrieben.

Gibt es zu wenige Typ2-Helferzellen, sieht man das Bild von AIDS, der Körper wird anfällig für zahlreiche Krankheiten.

Nun zu Deiner eigentlichen Frage: Sollte durch die Injektion dieser Stoffe zum Beispiel die Funktion der Killerzellen beeinträchtig werden, könnte auf diese Weise Krebs entstehen.

Das Immunsystem ist aber viel komplexer, als ich es beschrieben habe, und es ist noch unklar, welche Mechanismen hier möglicherweise wirken.

8) Gibt es auch Beobachtungen zur Veränderung des Tumorwachstums bei bestehenden Tumorerkrankungen?

Ich habe einzelne Fälle beobachten können, bei denen die Impfung gegen Covid-19 scheinbar zu einer Veränderung der Aggressivität des Tumors geführt hat. Eine Brustkrebspatientin hatte über viele Jahre lang bekannte Metastasen, also eine Streuung ihres Brustkrebses im Körper. Kurze Zeit nach Impfung gegen Covid-19 explodierte das Tumorwachstum der Metastasen in der Leber, nicht jedoch im Skelett oder anderen befallenen inneren Organen. Im Schnittpräparat konnte ich den ursprünglichen, relativ langsam wachsenden Tumor mit einem relativ geringen Ki-67 Wert sehen, dazu aber noch eine sehr aggressive Tumorkomponente mit sehr hohem Ki-67 Wert.

Auch hier müssen wir abwarten und Daten sammeln, um Rückschlüsse ziehen zu können.

9) Ich habe des Öfteren den Begriff Insertionsmutagenese in diesem Zusammenhang gelesen. Gefürchtet ist insbesondere die Aktivierung zellulärer Proto-Onkogene2. Die Corona-Impfstoffe könnten eine Aktivierung von Onkogenen oder eine Deaktivierung antikarzinogener DNA-Sequenzen bewirken und das Tumorrisiko dadurch erhöhen.3

Kannst Du mir diese Begriffe erklären? Könnte dadurch das Krebsrisiko steigen?

Ich bin keine Genetikerin, aber unter Insertion versteht man zunächst einmal das Einfügen eines DNA-Abschnittes in die DNA-Sequenz (Sequenz ist die Abfolge der chemischen Grundbausteine der DNA). Die DNA enthält die Gene einer Zelle.

Bei der Insertionsmutagenese wird durch Einfügung einer oder mehrerer Basenpaare eine Mutation, also Änderung der DNA hervorgerufen. Dieses kommt in der Forschung zur Anwendung oder kann auch natürlich induziert werden, wie zum Beispiel durch Viren.

Als Proto-Onkogene bezeichnet man normale Gene der Zelle, die das Zellwachstum und die Zellproliferation steuern und moderieren. Durch die Mutation, also Veränderung des Erbgutes eines Proto-Onkogens, kann dieses zum Onkogen umgewandelt werden. Onkogene sorgen dafür, dass die Genregulation nicht mehr funktioniert und Krebs entsteht.

In diesem Zusammenhang auf der genetischen Ebene ist noch wichtig zu erwähnen, dass schwedische Forscher in vitro, also im Experiment in künstlicher Umgebung, feststellen konnten (PMCID: PMC8538446), dass das SARS-CoV-2 Spikeprotein den DNA-Reparaturmechanismus beeinträchtigt. Sollte das in vivo, also im lebenden Organismus, auch nachgewiesen werden, würde das bedeuten, dass durch die Spikeproteine der DNA-Reparaturmechanismus geschädigt würde und dadurch möglicherweise Krebs entstehen kann. Das wäre furchtbar!

Gibt es irgendetwas, was Du noch hinzufügen möchtest?

Ja, dass wir Menschen uns wieder mit Respekt behandeln. Dass wir die Aggressivität abbauen, indem wir aufeinander hören und uns wieder zuhören. Und somit wieder Liebe in unser Leben kommt.

Danke liebe Miriam und viele Grüße aus Schweden nach Südafrika.

1 Developing Covid-19 Vaccines at Pandemic Speed

2 The past, current and future trends in DNA vaccine immunisations – ScienceDirect

3 The past, current and future trends in DNA vaccine immunisations – ScienceDirect

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