Überleben jenseits des Mainstreams. Erfahrungen von Daniele Ganser.

Daniele Ganser Vortrag

“Was erlebt man, wenn man den Mainstream verlässt?”
Ein Vortrag von Daniele Ganser am 26.8.2022 in Kloster Zinna

von biner

Morgens früh um zehn, bei wunderschönem Sommerwetter, waren rund 300 Menschen zum Vortrag des Schweizer Historikers und Friedensforschers Dr. Daniele Ganser in den Fläming gekommen.

Daniele Ganser ist dafür bekannt, die Geschichte gründlich „gegen den Strich“ zu lesen und das Mainstream-Narrativ durch eigene Forschungen und Quellen gehörig ins Wanken zu bringen. Seine Bücher zeigen, dass nichts so ist, wie es scheint – verständlich geschrieben auch für Nicht-Historiker.

Hier zeigt er an drei Beispielen, dem 11. September, der Ukraine und an Corona, was passiert, wenn man den vorgegebenen Meinungskorridor verlässt.

Wie überlebt man außerhalb des Mainstreams?

Ein Teil des Vortrags widmete sich Bewältigungsstrategien: Wie fühlt es sich an, wenn man den bequemen Pfad des „dominanten Narrativs“ verlässt? Nicht mehr grundsätzlich der Tagesschau und den großen Zeitungen glaubt? Sich auf enge, verschlungene, manchmal einsame Pfade der Berichterstattung begibt, die ein so ganz anderes Bild der Wirklichkeit entwerfen? Wer und was begegnet einem? Wie verhalten sich die, die weiterhin dem Mainstream vertrauen?

Um gut auf den Pfaden des „abweichenden Narrativs“ zu wandeln, was nicht einfach ist (dazu später mehr), empfiehlt Ganser immer wieder drei Dinge:

  1. Mindestens einen Menschen treffen (besser mehr), mit dem ich mich offen und ehrlich austauschen kann, ohne Abwertung. Persönliche Treffen, Auge-in-Auge.
     
  2. Natur: Schwimmen im See, Spaziergang im Wald, Sonne, Sternenhimmel – ohne elektronische Geräte.
     
  3. Ordnung in sich selbst finden und symmetrische Strukturen aktivieren: Blume abzeichnen, Foto von Schmetterlingen betrachten, Tanz, Musik: Die äußere Ordnung wird zur inneren.

Das Gegenteil davon wäre ein einsamer Mensch, der in einem Hochhaus wohnt, regelmäßig die Tagesschau sieht und sich im Flur mit dem Nachbarn streitet: Er erlebt schlechte Kommunikation, Isolation und Unordnung, und das wirkt erheblich sich auf das Wohlbefinden aus.

Der anstrengende Weg jenseits des Mainstreams.
Wie gelingt gute Kommunikation?

Das dominante Narrativ des Mainstreams ist eine breite, gut geteerte Straße, die Richtung ist vorgegeben. Nur wenige laufen zusätzlich auch auf anderen, schmaleren Pfaden.

Den Weg außerhalb sind wir nicht gewöhnt, und es kommt dann oft zu Abwertung und Diffamierung, die Ganser auch erlebt. Wie kann man dem begegnen? Wie kann man trotzdem ausgeglichen und gesund sein? Ganser empfiehlt immer wieder die obigen drei Punkte: Menschen treffen, Natur, Symmetrie. Und räumt ein: „Ja, es ist auch anstrengend. Aber für einen Historiker ideal“.

Wie erlebe ich gelungene Kommunikation? Indem ich nicht abgewertet werde vom Gegenüber („Covidiot“), den anderen meinerseits aber auch nicht abwerte als „Schlafschaf“. Wenn ich mein Wissen teilen möchte, sollte ich den anderen nicht unter Druck setzen:  „Wenn Sie eine halbe Stunde auf jemanden einreden, und der nichts mehr sagt – dann ist das nicht so gut“, bemerkt Ganser mit einem Lächeln.

Und wenn jemand Sachen sagt, die mich aufregen, wo ich am liebsten sofort dagegen halten möchte? „Still sein. Nicht nach außen gehen. Nach innen gehen und mich selbst beobachten. Erstmal nicht sprechen”. Oft braucht es viele Tage, um zu reparieren, was man im Zustand der Verletzung in wenigen Sekunden gesagt hat.
Es ist gut, zum Beispiel zu sagen: “Du hast teilweise Recht”. Ganser schmunzelt: “Wie viel, muss ich ja nicht sagen – es kann ja 1 Prozent sein”.

Themen, über die es schwer ist zu sprechen

Anhand von mehreren Beispielen belegt Ganser, dass seine Forschungen keine inhaltliche, fachliche Diskussion auslösen, wie man es in der Wissenschaft erwarten würde. Sondern dass er als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet wird, ohne dass auf seine Argumente, seine Recherchen und seine Fakten eingegangen wird.

Zu den Themen, „über die es schwer ist zu sprechen“, gehöre nach seiner Erfahrung der Begriff „Sprengung“ in Verbindung mit dem 11. September, die “Scharfschützen” auf dem Maidan und heute die „Impfschäden“. Wer diese Worte wählt, wird gerne diffamiert und ausgeschlossen, wie im Folgenden gezeigt wird.

Der 11. September

Bekannt ist, dass zwei Türme des World Trade Centers am 11. September 2001 einstürzten. Ganser fragt in den Saal: Wer hat noch nie gehört, dass auch ein dritter Turm, das WTC 7, einstürzte? Etwa ein Fünftel heben die Hand.

Um diesen Turm ranken sich viele Geschichten und Ungereimtheiten. Der dritte Turm sackte wie die beiden anderen in sich zusammen – ohne dass ein Flugzeug hineinflog. Ganser wies nach, dass eine BBC-Journalistin über den Einsturz des WTC 7 berichtete, als der Turm noch stand. Erst 20 Minuten später stürzte er ein. Sieben Jahre später, 2008, wurde dieser “Fehler” von der Journalistin eingeräumt. 

Ganser hat die Lacher auf seiner Seite, als er sagt: „Bei Historikern gilt: Erst das Ereignis, dann der Bericht. Nicht umgekehrt“.

Die Manipulation der Geschichte passiere laut Ganser auf drei Ebenen: Erstens in den (Mainstream-) Medien, zweitens in Geschichtsbüchern und drittens bei den Gedenkstätten. So zeigt die New Yorker Gedenkstätte 9/11 nur Löcher von zwei Türmen.

Schock verhindert Klarsicht

Was löste 9/11 bei der Bevölkerung aus? Die Menschen sind in Angst und Schrecken, im Schock-Modus. In diesem Zustand ist es unmöglich, klar zu denken oder kritisch nachzufragen.

2001 wurden die Schuldigen innerhalb von Tagen gefunden, und nur einen Monat später marschieren die USA in Afghanistan ein, als unmittelbare Folge des “Anschlags” – während die Welt noch im Schockzustand ist.

Daniele Ganser war an der Universität angestellt und veröffentlichte, dass es sich bei den Türmen wohl um eine Sprengung handle. Die Botschaft schaltete sich ein, dementierte es und nannte ihn Verschwörungstheoretiker.
Ein freier Diskurs, eine offene wissenschaftliche Diskussion, sei ab diesem Punkt nicht mehr möglich gewesen, so Ganser. Die Universität distanzierte sich 2006 öffentlich von ihm.

Rütteln am Weltbild des Gegenübers

Wie fühlt es sich an, diffamiert zu werden? „Ich wurde geteert und gefedert. Habe einen ganzen Prozess durchgemacht. Es ist schmerzhaft”, gibt Ganser zu. “Aber man überlebt. Und es bleibt nicht immer so“.
Wie geht man damit um? Was hilft? Wieder die drei Punkte: Menschen, Natur und Ordnung. Immer wieder und gerade dann.
Er habe gelernt, mit Abwertung umzugehen. „Und wissen Sie was? Dann sind Sie total frei“.

Warum reagieren viele so heftig auf andere Meinungen? Weil man am Weltbild des Gegenübers rüttle, sagt Ganser. “Die anderen schauen ZDF und sagen dir: Wenn es etwas Neues zum 11. September gäbe, würden sie das doch berichten.” Das ist, als ob Sie jeden Tag an der Elbe sitzen und auf Delphine warten. Sie beobachten die Elbe ganz genau, viele Tage und Jahre. Und dann kommen Sie zu dem Schluss: Delphine gibt es nicht.

„Der Mainstream ist ein enger Korridor, der vorgibt, die einzige Wahrheit zu sein“

Der Mainstream gebe vor, die einzige Wahrheit zu sein, in allen Fragen. Die Welt bestehe jedoch aus verschiedenen Erzählungen: einige teilt man, andere nicht.
Sobald eine Gruppe ihre Meinung als einzig Richtige ansieht, haben wir es mit Dogmatismus oder gar Fanatismus zu tun. Andersdenkende haben dann nur zwei Möglichkeiten innerhalb dieser Gruppe: ihre Position zu wechseln oder getötet zu werden.

„Werden Sie nie dogmatisch!“ appelliert Ganser, „glauben Sie nicht alles, was Sie denken“ (und diesen Satz muss man zweimal hören). Wer sich mit seinem Denken identifiziert, der wird in seiner Identität getroffen von Andersdenkenden. Menschen, deren Identität bedroht ist, sind in der Lage, dafür zu töten.

Gefangen in der Filterblase

Wir alle befinden uns in einer Filterblase. Keiner kann so tun, als sei er nicht in einer Filterblase. Ganser sagt: “Wer behauptet, er sieht objektiv in die Welt hinein, der lügt”.

Der Verstand hat die Tendenz, sich eher Problemen zuzuwenden als den guten Dingen, sagt  Ganser. “Der Verstand ist nicht neutral. Er ruiniert Ihnen den Tag.“ Und wieder bringt der sympathische Mann das Publikum zum Lächeln.
Er gibt ein Beispiel: Der Verstand macht sich Sorgen, ob Sie demnächst noch genug zu heizen und zu essen haben. Hier empfiehlt Ganser Dankbarkeit: „Nennen Sie fünf Dinge, für die Sie dankbar sind“. Hier und jetzt. “1. Meine Kinder sind gesund. 2. Mein Kühlschrank ist voll. Und so weiter”. Während Sie das sagen, kommt wieder der Verstand, die Sorgen. Schieben Sie sie weg, denken Sie sofort an die fünf Dinge: Hier und heute haben Sie zu essen. Versuchen Sie, dafür Dankbarkeit zu empfinden. Beobachten Sie ganz ruhig ihre eigenen Gedanken, ohne sie zu verurteilen. So vermeide man Energieverlust.

Die Ukraine

Anders als die Berichte des Mainstreams befindet sich die Ukraine bereits seit acht Jahren im Krieg. Die USA haben die ukrainische Regierung 2014 gestürzt; Maidan-Führer gingen in der US-Botschaft ein und aus. Die US-Politikerin Nuland hatte den Putsch (in dem berühmten “Fuck the EU”- Telefonat) bereits vor den Ereignissen auf dem Maidan besprochen, z.B. welche Kandidaten danach die Ukraine regieren sollen. Diese Kandidaten wurden bereits bei der Münchener Sicherheitskonferenz vorgestellt. Auch hier wurden die Hebel lange vor dem eigentlichen Ereignis bewegt, was den Ukraine-Konflikt in einen ganz anderen Kontext stellt. Daher Gansers Tipp: “Wenn du einen Putsch planst, sorge für Verschlüsselung deiner Telefonate”.

Die Demonstration auf dem Maidan eskalierte, als Schüsse fielen und es Tote gab. “Bei einem Konflikt interessieren mich immer die ersten 40 Toten”, so Ganser, “wer hat zuerst auf wen geschossen?”
Ganser konnte nachweisen, dass Scharfschützen vom Hotel Ukraine aus sowohl auf Demonstranten als auch auf Polizisten geschossen haben. Warum? Die bewährte “Strategie der Spannung” wurde angewendet, eine so genannte “verdeckte Operation” einer dritten Partei, nämlich den Scharfschützen, die bis heute unerkannt blieben. Eine solche Vorgehensweise stürze jedes Land ins Chaos, so Ganser. Es sei kein Zufall, dass so die Regierung gestürzt wurde.
Von “Scharfschützen” wurde nur kurz nach den Ereignissen in den westlichen Medien berichtet, sofort danach gehörte dieser Begriff ebenfalls zu den Themen “über die es schwer ist zu sprechen”.

Corona

Über Corona objektiv zu sprechen sei nicht möglich, das „ist zu nah dran“. Wichtig ist, für die Erfahrungen anderer offen zu sein und zuzuhören, auch wenn man anderer Meinung ist. Ganser empfiehlt, Geimpfte nicht zu verurteilen, denn es gebe unglaublich viel Druck von der Regierung.

Über “Impfschäden” oder die „Netto-Wirkung der Impfung“ zu sprechen sei genauso schwierig wie über den dritten Turm. Darüber in Ruhe sprechen zu können, so der Friedensforscher, sei Schattenarbeit, und wichtig für Frieden und Verständigung.
Dennoch kann er der derzeitigen Lage durchaus etwas abgewinnen: „Wir leben in revolutionären Zeiten. Diese möchte ich als Historiker nicht missen.“

Dem Vortrag folgte eine Podiumsdiskussion, zu der sich neben Holger Gröhn, dem Veranstalter, noch Marcel Barz, der „Erbsenzähler“ und Julia Szarvasy von NuoViso gesellten. Auch hier geht es wieder darum, wie man Frieden in sich selbst finden kann in stürmischen Zeiten.

Abends diskutierte ich mit Freunden über den 11. September. Ich fragte: „Was passierte denn mit dem Flugzeug, das in das Gebäude raste? Wir haben doch alle die Bilder gesehen.“ Eine sagt, es “verschwand vollständig im Gebäude”. Wir schauten uns an und dachten: Ist das möglich? Keiner von uns hat sich je diese Frage gestellt. Auch ich hatte mehrere Jahre das offizielle Narrativ geglaubt.

Das aktuelle Buch von Daniele Ganser “Europa im Erdölrausch” können Sie bei uns im Buchladen bestellen.

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