PRINCES OF THE YEN
Dokumentarfilm über Zentralbanken und digitale Wirtschaft
Regie: Michael Oswald
Protagonist: Richard Werner
Sprecher: Andrew Piper
Noriko Yamagiwa
Der Dokumentarfilm spielt im Japan des 20. Jahrhunderts und untersucht die Rolle und Macht der Zentralbanken und wie sie eingesetzt werden können, um die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Strukturen eines Landes zu verändern. Eine Verfilmung des Buches von Professor Richard Werner.
Zentralbanken gehören zu den verschwiegensten und am meisten missverstandenen Institutionen der Welt. Welche Macht haben sie? Wessen Interessen dienen sie? Wie wirkt sich ihr Handeln auf unseren Alltag aus? 2003 veröffentlichte Richard Werner ein Buch mit dem Titel „Princes of the Yen“, das den komplizierten Fachjargon der Zentralbanker durchdrang und diese undurchsichtige Welt erstmals für die Öffentlichkeit verständlich machte. Das Buch wurde in Japan zum Bestseller Nummer eins. Doch mehr als zehn Jahre nach seinem Erscheinen ist die englische Ausgabe noch immer in der ersten Auflage! Vor dem Hintergrund der Geschichte Japans im 20. Jahrhundert löst Richard Werner akribisch das Rätsel der Zentralbanken und erklärt die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Folgen ihres Handelns. Der Dokumentarfilm vermittelt dem Zuschauer ein neues Verständnis von Wirtschaft und zeigt, wie Ereignisse, die in der öffentlichen Debatte zusammenhanglos erscheinen, in Wirklichkeit eng miteinander verflochten sind. „Princes of the Yen“ ist ein unabhängiger, selbstfinanzierter Dokumentarfilm. Er entstand als Fortsetzung von „97% Owned“, einem Film darüber, wie Geld geschöpft wird und welche Folgen diese Geldschöpfung hat. Nach diesem Film wurde uns klar, dass wir nicht verstanden hatten, welche Rolle die Zentralbanken dabei spielen. „Princes of the Yen“ schließt diese Lücke und beleuchtet eine Welt, die sich hinter verschlossenen Türen und komplizierter Fachsprache verbirgt – eine Welt, die lieber im Verborgenen bliebe. Und wenn alle Schichten abgetragen sind, bleibt das Verständnis der Rolle, die Zentralbanken beim Herbeiführen und Steuern von Veränderungen spielen. Veränderungen, für die sie kein Mandat haben. —Mike Horwath

Richard Werner ist ein deutscher Ökonom, der sich auf die japanische Wirtschaft spezialisierte und schließlich ein vielbeachtetes Buch mit dem Titel „Princes of the Yen: Japan’s Central Bankers and the Transformation of the Economy“ schrieb. Darin zeichnet er die Entwicklung der japanischen Wirtschaft in den Nachkriegsjahren nach und zeigt, wie die japanische Zentralbank in einer gut funktionierenden Wirtschaft eine Krise herbeiführte, um einen Strukturwandel durchzusetzen, der zur Unabhängigkeit der Zentralbank selbst führte.
Der Film besteht im Wesentlichen aus Lesungen aus diesem Buch, die die Geschichte nachzeichnen, ergänzt durch Aufnahmen von Werner in damaligen Fernsehsendungen und Talkshows. Er zeigt, wie dieses Modell der Krisenerzeugung in anderen Volkswirtschaften weltweit wiederholt wurde, um Ergebnisse herbeizuführen, die im Kern politischer Natur waren. Länder wie Südkorea, Thailand und Indonesien wurden ähnlichem Druck ausgesetzt.
Eine treibende Kraft hinter diesen Strukturreformen war das amerikanische Modell des sogenannten „freien Marktes“, ebenso wie internationale Organisationen wie der Internationale Währungsfonds, der weltweit die Politik der USA umgesetzt hat. Der Film warnt auch vor der Europäischen Zentralbank, die über ähnliche Befugnisse verfügt und die lokalen Volkswirtschaften in Europa untergraben hat.
Richard Werner & Taylor Hudak | NARRATIVE by Robert Cibis #112
The Spider’s Web: Das Zweite Britische Empire





