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Kriegsvorbereitung als gesellschaftliches Projekt
– Vortrag von Wolfgang Effenberger
Wolfgang Effenberger zeichnet in seinem Vortrag eine historisch breite Linie: Kriege entstehen nicht plötzlich, sondern werden systematisch vorbereitet – politisch, wirtschaftlich und psychosozial. Vom peloponnesischen Krieg über die römisch-karthagischen Konflikte bis hin zur US-Propaganda des Spanisch-Amerikanischen Krieges 1898 zeigt er, wie Feindbilder, Medienmanipulation und gesellschaftliche Mobilisierung stets Hand in Hand gingen. Diese Dynamik setzt sich bis heute fort.
Den konzeptionellen Kern bildet das US-Strategiedokument TRADOC 525-3-1 „Win in a Complex World“ (2014–2040), das Krieg nicht mehr als Ausnahmezustand, sondern als Dauerzustand plant – über alle Domänen hinweg: Land, Luft, Meer, Cyberspace, und zunehmend auch den menschlichen Geist. Ergänzt wird dies durch das Konzept des sogenannten „Omniwar“ (David A. Hughes): ein unsichtbarer, allgegenwärtiger Krieg, der über Smart-Technologien, biodigitale Systeme und kognitive Kriegsführung die Bevölkerung steuert und demokratische Strukturen zur bloßen Legitimationskulisse degradiert.
Effenberger sieht Deutschland mittendrin: Der Bundeswehr-„Operationsplan Deutschland“, das Milliarden-Schuldenpaket des Bundestags im März 2025 und die gesellschaftliche Mobilisierung für den „Verteidigungsfall“ markieren für ihn keine Sicherheitspolitik, sondern eine antirussische Eskalationsstrategie im Dienst amerikanischer Hegemonie-Interessen. Die größten Irrtümer dabei seien der Glaube, Abschreckung sichere automatisch Frieden, und die Illusion, moderne Kriege seien kontrollierbar.
Sein Fazit: Kriegsvorbereitung ist heute ein gesamtgesellschaftliches Transformationsprojekt. Das notwendige Gegenprojekt – Friedensforschung, Medienpluralismus, demokratische Kontrolle – ist die eigentliche Verteidigung der Demokratie.
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Kriegskonzepte – Wolfgang Effenberger | NARRATIVE #223





