Hier ist eine ca. 30 Minuten-Fassung ohne Einschränkung, unsere OVALmedia-Abonnenten können die Sendung in voller Länge geniessen.
Kriegskonzepte
Wolfgang Effenberger – ehemaliger Bundeswehroffizier, Buchautor und einer der profiliertesten kritischen Geopolitik-Publizisten im deutschsprachigen Raum – spricht mit Robert Cibis über Kriegspläne, die er selbst mitformuliert hat, über Manipulation und über die Frage, ob der Dritte Weltkrieg bereits begonnen hat.
Wer verstehen will, wie nah Mitteleuropa in den letzten Jahrzehnten am atomaren Abgrund entlanggeschrammt ist, bekommt in diesem Gespräch Einblicke aus erster Hand: Als junger Offizier saß der Gast in den 1970er-Jahren vor einem Panzerschrank in einer Münchner Kaserne und hatte die Aufgabe, sich jeden Morgen „in den Krieg hineinzubeamen“ – konkret in den geplanten Einsatz atomarer Sperrzüge zwischen Weser und Weichsel. Über 1.100 atomare Zielpunkte waren damals allein in dieser Zone vorgesehen. Was er dort las, durfte er mit niemandem teilen. In einem stillen Akt des Widerstands schmuggelte er ein Blatt des geheimen Befehlspapiers aus der Kaserne – ein Beweisstück, das bis heute in seiner Schreibtischschublade liegt, damit er selbst nicht zu zweifeln beginnt, ob er das alles nur geträumt hat.
Die Sendung führt von diesen persönlichen Erinnerungen zu den großen geopolitischen Linien: zum NATO-Kriegsplan „Dropshot“ von 1949, zum US-Doktrin-Papier von 2014, das China, Russland, Nordkorea und Iran bis 2040 als abzubauende Bedrohung definiert, zur stillen Aufrüstung der militärischen Logistik quer durch Europa – achtspurige Versorgungstrassen, das zweitgrößte Militärkrankenhaus der Welt in Wiesbaden mit 4.500 Zimmern, ein neues Kriegsführungszentrum, in dem heute ukrainische Generäle Bericht erstatten.
Besonders eindrucksvoll ist die Anekdote einer orangefarbenen Demonstration am Münchner Odeonsplatz im Dezember 2004, die dem Gast schlagartig klarmachte, wie tief inszenierte Revolutionen auch in deutsche Kommunalstrukturen hineinreichen – mit Straßenkehrmaschinen der Stadt München an der Spitze des Demonstrationszugs.
Das Gespräch scheut keine großen Fragen: Ist ein Krieg in Deutschland noch abzuwenden? Befinden wir uns längst im Dritten Weltkrieg, nur in einer hybriden Form, dem Omniwar? Welche Rolle spielen dabei Angst, mediale Manipulation und – das stärkste Wort des Abends – Gehorsam? Ein Zitat bleibt haften: „Alles Leid dieser Welt hat einen einzigen Ursprung. Es ist der Gehorsam.“
Zum Ende wird es kontrovers: Der Gastgeber setzt dagegen, sieht auch in Russland und China keineswegs nur die besseren Gegenspieler, warnt vor einer technokratischen Zukunft à la Peking und erinnert an Dissidenten, die er persönlich traf. Nato-Insider Effenberger trifft auf Gastgeber Cibis, der ihn respektvoll herausfordert…





