Die EU-Metallindustrie kollabiert

Terni steel plant north of Rome

8. September 2022 von Thomas Oysmüller, ursprünglich auf TKP.at veröffentlicht

Die Produktion von Zink, Aluminium und Silizium innerhalb der EU steht massiv unter Druck. Die Produktionskapazitäten wurden bereits um die Hälfte reduziert. Die EU-Metallindustrie geht ein. 

Die Deindustrialisierung der EU schreitet voran. In einem Brief an Ursula von der Leyen schrieb Eurometaux, der Verband der europäischen Metallindustrie: „Etwa 50 Prozent der EU-Produktionskapazitäten für Aluminium und Zink aufgrund der Stromkrise bereits vom Netz genommen wurden.“

Metaller bedroht

Wenn es die EU nicht schaffe, die Energiekosten zu reduzieren, dann drohe die permanente Schließung der Metallproduktion in der Region, so Eurometaux. Damit mache man sich von Importen abhängig, die mehr CO2 verbrauchen würden als die Produktion innerhalb der EU.

Die EU-Minister treffen sich am Freitag und werden dann ihre Antwort die eskalierenden Energiepreise diskutieren. Laut kritischen Beobachtern liegt die Preistreiberei vor allem an der Deregulierung der Energiemärkte, die rund um die Jahrtausendwende ihren Anfang genommen hat.

Für Eurometaux seien die Energiepreise eine „existenzielle Bedrohung für die Zukunft der europäischen Metallhütten“.

„Wir fordern die Staats- und Regierungschefs der EU und der Mitgliedstaaten auf, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, um ihre strategischen, stromintensiven Industrien zu erhalten und dauerhafte Arbeitsplatzverluste zu verhindern“, so Eurometaux im Schreiben an von der Leyen.

Der Brief wurde von Vorstandsvorsitzenden von 40 europäischen Unternehmen unterzeichnet. Im Verband sind Unternehmen wie Glencore, Aurbubis oder Norsk Hydro organisiert.

Klimakarte gegen Kommission

Man ist bereits mittendrin in der EU-Deindustrialisierung: Schon jetzt haben die Produktionskürzungen bei Zink, Aluminium und Silizium dazu geführt, dass Verbraucher in der Stahl-, Automobil- und Bauindustrie mit massiven Engpässen zu kämpfen haben. Durch Lieferungen vor allem aus China versucht man, die Engpässe auszugleichen.

Eurometaux richtet die „Klimawandel-Karte“ dabei nun gegen die EU-Kommission selbst. Importe aus China würden mehr als das doppelte an CO2 benötigen als europäische. Bei Silizium sogar fast das Vierfache.: „Wir schätzen, dass die europäischen Ersatzimporte von Aluminium in diesem Jahr bereits 6-12 Millionen Tonnen CO2 verursacht haben“. Ein Argument, dass die Kommission treffen könnte.

Sahra Wagenknecht macht seit Wochen darauf aufmerksam: Europa steht vor Deindustrialisierung und Verarmung. Am Donnerstag hat sie im Bundestag gesprochen und forderte Robert Habeck (Grüne) auf, zurückzutreten. Sollte die Regierung in Deutschland nicht bald reagieren, dann drohe der deutschen Industrie der Untergang.

Wie die Stahlindustrie zeigt, leidet nicht nur die deutsche Industrie unter den eskalierten Energiemärkten, sondern ganz Europa. Da die deutsche Industrie aber besonders von günstigen russischen Energiequellen abhängig ist, trifft es Deutschland wohl besonders hart. Wagenknecht heute im Bundestag: „Wir haben die dümmste Regierung in Europa.“

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