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Epstein-Hysterie
Eine Analyse von Robert Cibis und Gerhard Wisnewski über Medienmechanismen, Propaganda und den globalen Kulturkampf.
In einer neuen Ausgabe des Formats Narrative diskutiert der Filmemacher Robert Cibis mit dem Journalisten und Schriftsteller Gerhard Wisnewski die aktuellen medialen Wellen rund um die „Epstein Files“. Was vordergründig als Aufklärung eines monströsen Missbrauchsskandals erscheint, entpuppt sich in der Analyse der beiden Gesprächspartner als vielschichtige psychologische Operation (PsyOp). Wisnewski stellt die These auf, dass die aktuelle Berichterstattung weniger der Wahrheitsfindung dient, sondern vielmehr einer gezielten Destabilisierung der Gesellschaft und einer globalen „Kulturrevolution“.
Wisnewski kritisiert eine „Massenhysterie“, die mittlerweile gespenstische Züge annehme. Sein Hauptargument: Da Epstein tot ist und kein Gerichtsverfahren mehr stattfinden kann, fehlen rechtsstaatliche Beweise und Verteidigungsmöglichkeiten. Die Medien würden den Toten „fleddern“ und dabei jede journalistische Sorgfalt über Bord werfen.
Wisnewski belegt seine These der medialen Manipulation mit konkreten Beispielen, bei denen harmlose oder aus dem Kontext gerissene Inhalte zu Horrorgeschichten aufgeblasen wurden:
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Die „Baby“-E-Mail: Eine E-Mail der Publizistin Peggy Siegal, in der sie scherzhaft anbot, Epstein ein „Baby“ (Junge oder Mädchen) mitzubringen, „so wie Madonna“, wurde in sozialen Medien als Beweis für Kinderhandel gewertet. Wisnewski stellt klar, dass dies eine zynische Anspielung auf Madonnas damals umstrittene Adoptionen in Malawi war und keinesfalls wörtlich zu nehmen sei.
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Das „Baby“ auf dem Schneidebrett: Ein kursierendes, geschwärztes Bild, das angeblich ein Baby zwischen zwei Hühnchen zeigte, entpuppte sich bei Wisnewskis Recherche als Photoshop-Montage eines erwachsenen Mannes – ursprünglich eine Kampagne des italienischen Vegetarierverbandes, die Epstein lediglich als Kuriosum zugeschickt bekommen hatte.
Für Wisnewski sind solche Falschmeldungen Indizien für professionelle Propaganda, die darauf abzielt, niedere Instinkte zu bedienen und das Publikum durch Schockeffekte zu steuern.
Die wahre Rolle Epsteins? Wisnewski widerspricht der populären Theorie, dass Epstein primär ein Erpressungsring für den Mossad oder andere Dienste war. Zwar hält er eine Geheimdiensttätigkeit für sehr wahrscheinlich, doch er plädiert für das Konzept des „Friendly Networking“.
Anstatt Eliten durch harte Erpressung (Kompromat) gefügig zu machen, was Rachegelüste und Misstrauen schüren würde, sei es effektiver, sie durch Gefälligkeiten, Luxusreisen und das Vermitteln von Partnerinnen emotional zu binden. Wer einmal den Luxus auf Epsteins Insel genossen und dort Kontakte geknüpft habe, stehe in einer Schuld, die stärker wirke als Angst. Epstein fungierte demnach als Spinne im Netz, die Verbindungen zwischen Superreichen, Politikern und Wissenschaftlern im Sinne seiner Auftraggeber knüpfte.
Cibis und Wisnewski vermuten hinter der „Epstein-Kampagne“ eine Operation des „Deep State“, die multifunktionale Ziele verfolgt. Zum einen diene das Thema als massive Ablenkung von geopolitischen und wirtschaftlichen Krisen, ähnlich wie zuvor Corona. Zum anderen werde der Name „Epstein“ als „Pawlowscher Reflex“ genutzt, um unliebsame Personen (wie etwa Donald Trump) durch bloße Nennung zu diskreditieren, selbst wenn keine Straftaten vorliegen.
Wisnewski weist zudem auf eine finanzielle Anomalie hin: Der Entschädigungsfonds für Epsteins Opfer wird aus dessen eigenem Nachlass finanziert. Dass der Nachlassverwalter ohne harte Beweise Gelder auszahlt, interpretiert Wisnewski zynisch als eine Finanzierung der eigenen Verleumdungskampagne durch das Vermögen des Toten.
Im letzten Drittel des Gesprächs weitet sich der Blick auf eine soziologische Ebene. Cibis und Wisnewski interpretieren die Demontage der „Reichen und Mächtigen“ durch den Skandal als Teil einer inszenierten „Kulturrevolution“. Parallelen werden zur chinesischen Kulturrevolution und der 68er-Bewegung gezogen: Es gehe darum, die „Kulturträger“ (die alten Eliten, das Bürgertum) zu delegitimieren und gesellschaftliche Normen zu zerstören. Indem man die Öffentlichkeit mit perversesten Details (ob wahr oder erfunden) überflute, finde eine „Barbarisierung“ und Verrohung der Gesellschaft statt.
Cibis fasst zusammen, dass durch die Kriminalisierung der berühmtesten Gesichter der westlichen Welt (Politiker, Stars, Intellektuelle) das Weltbild der Bürger destabilisiert werden soll. Das Ziel sei ein Zustand der Orientierungslosigkeit („Anything goes“), in dem traditionelle Werte wie Familie und Nation keinen Halt mehr bieten, was den Weg für neue, totalitäre Strukturen, eine neue Weltordnung, ebne.
Die journalistische Zusammenfassung dieses Gesprächs zeigt zwei Beobachter, die sich weigern, in den Chor der Empörung einzustimmen. Stattdessen warnen sie: Die mediale Inszenierung des Epstein-Skandals könnte gefährlicher sein als die Taten selbst, da sie als Waffe in einem psychologischen Krieg gegen die Wahrnehmung und die kulturellen Fundamente der Gesellschaft eingesetzt werde.





