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Geschützte Klasse
Ein Gespräch mit Tom-Oliver Regenauer über sein Buch „Hopium“, die Kontinuität des britischen Empire und den Ausweg aus der organisierten Ohnmacht.
In einer Zeit geopolitischer Verwerfungen und gesellschaftlicher Spaltung stellen sich viele die Frage: Stehen wir am Beginn eines Dritten Weltkriegs? Für den Autor, Manager und Musikproduzenten Tom-Oliver Regenauer ist diese Frage nicht mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten, sondern erfordert einen tiefen Blick in die historischen und finanziellen Machtmechanismen, die unsere Welt seit Jahrhunderten prägen. In einem ausführlichen Dialog mit dem Filmemacher Robert Cibis analysiert Regenauer die Strukturen einer „geschützten Klasse“, die Kriege finanziert, Krisen instrumentalisiert und demokratische Prozesse zur Simulation degradiert.
Parallelen zum Ersten Weltkrieg und die „Corona-Zäsur“
Zu Beginn des Gesprächs zieht Regenauer beunruhigende Parallelen zwischen der aktuellen Weltlage und der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Er verweist auf den zunehmenden Isolationismus der USA, die Erhebung von Strafzöllen und die Bildung neuer Allianzen, die stark an die Konstellationen vor 1914 erinnern. Während er einen Krieg in Kontinentaleuropa lange für unwahrscheinlich hielt, sieht er die Wahrscheinlichkeit nun steigen, da diplomatische Lösungen, insbesondere von Berlin, kaum noch angestrebt zu werden scheinen.
Für Robert Cibis markiert die Corona-Krise einen entscheidenden Wendepunkt – einen Moment, in dem die Bevölkerung die „Wucht des globalen Militärs“ und einen massiven Raubzug gegen die Mittelschicht spürte. Regenauer stimmt zu und bezeichnet die Pandemie-Jahre als „Trainingscamp“ für die Technokratie. Es sei ein Pilotprojekt gewesen, um zu testen, wie weit sich eine Gesellschaft durch Angst und sinnfreie Regeln steuern lässt. Gleichzeitig fungierte die Krise als die „größte Umverteilungsmaschine“ der Geschichte, bei der Vermögen von unten nach oben transferiert wurden.
Die Wurzeln des Übels: Das Zentralbankensystem
Um die Kriege und Krisen der Gegenwart zu verstehen, muss man laut Regenauer ins Jahr 1694 zurückblicken – zur Gründung der Bank of England. Dies markierte den Paradigmenwechsel, bei dem Staaten aufhörten, ihr eigenes Geld zu emittieren, und begannen, sich Währung gegen Zinsen von privaten Bankiers zu leihen. Dieses System der privaten Geldschöpfung aus dem Nichts („Fiat Money“) führt zwangsläufig in eine ewige Schuldenspirale, die Staaten in die Abhängigkeit treibt und Kriege oft zur einzigen Option macht, um von den Schulden abzulenken oder neue Ressourcen zu rauben.
Regenauer beschreibt eine „Protected Class“ (geschützte Klasse) von systemrelevanten Banken, die laut einem New Yorker Gerichtsurteil faktisch über dem Gesetz stehen. Diese Finanzelite, die eng mit den Zentralbanken verflochten ist, profitiert von jedem Konflikt – sei es durch die Finanzierung der Rüstungsindustrie oder die Kredite für den späteren Wiederaufbau.
Ein besonders perfider Aspekt dieses Systems ist das sogenannte „Clearing“. Regenauer verweist auf das Buch „The Great Taking“ von David Rogers Webb. Er erklärt, dass Vermögenswerte (wie Aktien oder Immobilienkredite) in anonymisierte Pakete gebündelt und an Clearingstellen transferiert werden. Sollte das Finanzsystem kollabieren, gehören die Sicherheiten nicht mehr den eigentlichen Besitzern, sondern den „Central Clearing Counterparties“. Im Falle einer großen Krise könnten so reale Vermögenswerte der Bürger – etwa das fast abbezahlte Haus – legal enteignet werden.
Der Mythos vom Ende des Empire
Ein zentraler Punkt in Regenauers Argumentation ist die These, dass das Britische Empire nie wirklich untergegangen ist. Es hat sich lediglich transformiert: vom offensichtlichen Kolonialismus über das Commonwealth hin zur „Global Governance“. Organisationen wie die UN, die Weltbank oder die WHO sind laut Regenauer Geschöpfe jenes anglo-amerikanischen Establishments, das einst von Figuren wie Cecil Rhodes und Alfred Milner geprägt wurde.
Diese historische Gruppe, bekannt als das „Round Table Movement“, habe bereits Jahre vor 1914 den Ersten Weltkrieg strategisch vorbereitet, um die aufstrebende deutsche Konkurrenz auszuschalten. Regenauer betont, dass die USA heute lediglich als der militärische Arm dieses Imperiums fungieren, während das finanzielle Machtzentrum weiterhin in der City of London liegt – einem Gebiet mit eigenen Gesetzen und Gerichten. Das Ziel dieses „Empire“ sei nicht mehr die körperliche Versklavung, sondern die Kontrolle des Geistes, da dies effizienter sei als ständige militärische Unterdrückung.
Geheimdienste als Werkzeuge der Elite
Im Gespräch wird auch die Rolle von Geheimdiensten und Netzwerken wie jenem von Jeffrey Epstein beleuchtet. Regenauer widerspricht der gängigen Darstellung Epsteins als reinem Sexualstraftäter. Vielmehr sei Epstein ein Geheimdienst-Dienstleister (für CIA, Mossad u.a.) gewesen, dessen Hauptaufgabe die Produktion von „Kompromat“ war – erpresserischem Material, um Mächtige gefügig zu machen.
Auch den Zionismus und die Gründung Israels ordnet Regenauer in dieses geopolitische Raster ein. Basierend auf der Balfour-Deklaration von 1917 sieht er Israel primär als ein koloniales Projekt des britischen Empire und der Familie Rothschild, weniger als ein religiöses Unterfangen. Geheimdienste wie der Mossad oder die CIA dienten dabei nicht dem Schutz der Bevölkerung, sondern dem Machterhalt der Eliten gegen das Volk – eine Dynamik, die Regenauer als „organisierte Kriminalität“ über Generationen hinweg beschreibt.
Hopium vs. Wahre Hoffnung
Zum Abschluss diskutieren Cibis und Regenauer den Titel des neuen Buches: „Hopium“. Regenauer warnt vor der falschen Hoffnung, die von der Politik als Beruhigungsmittel verabreicht wird („Hope and Change“), um die Menschen im System zu halten. Wahre Freiheit entstehe nicht durch das Wählen einer anderen Partei oder das Warten auf einen Retter, sondern durch individuelles Handeln und mentale Unabhängigkeit.
Die Lösung sehen beide Gesprächspartner im Aufbau von Parallelstrukturen. Da das System zu mächtig sei, um es frontal zu stürzen, müsse man es durch attraktivere Alternativen obsolet machen. Robert Cibis resümiert, dass jeder Schritt heraus aus dem digitalen und finanziellen Kontrollsystem – sei es durch Barzahlung, lokale Vernetzung oder den Entzug von Aufmerksamkeit – ein Akt der Selbstermächtigung sei. Das Ziel sei es, die „Macht im Dunkeln“ ans Licht zu zerren und sich dem „Schutzgeldsystem“ der globalen Finanzelite Schritt für Schritt zu entziehen.
Die Webseite von Tom-Oliver Regenauer finden Sie HIER





