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Machthaftung
Robert Cibis unternimmt mit den Rechtsanwalt, Publizisten und Philosophen Carlos A. Gebauer eine Sektion des modernen Staatsversagens, eine Analyse des globalen Geldsystems und ein leidenschaftlichen Plädoyer für eine neue politische Ethik.
Die Anatomie der Verantwortung
„Verantwortung“ ist ein Wort, das Politiker gerne im Munde führen, doch Gebauer nähert sich dem Begriff nicht politisch, sondern sprachphilosophisch. Er zerlegt das Wort in seine Atome: Die Vorsilbe „ver-“ deutet oft darauf hin, dass etwas verschwindet oder seinen Ort wechselt. Im Kern geht es bei der Verantwortung um das „Antworten“ – das Rede und Antwort stehen gegen einen Vorwurf oder Widerstand.
Doch genau diese Rechenschaftspflicht sieht Gebauer in der aktuellen Politik als faktisch abgeschafft an. Während Robert Cibis anmerkt, dass Verantwortung in der Politik oft nur noch als Chiffre für Macht und Zuständigkeit genutzt wird, diagnostiziert Gebauer eine systematische „Verantwortungslosigkeit“, in der politische Akteure Entscheidungen treffen, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.
Die Plandemie als Symptom eines kranken Finanzsystems
Ein zentraler und brisanter Punkt des Gesprächs ist die Frage nach dem Warum der global gleichgeschalteten Maßnahmenkrise. Cibis und Gebauer diskutieren die These, dass die medizinischen Argumente oft keinen Sinn ergaben, wohl aber einen politischen und ökonomischen Umbau der Gesellschaft ermöglichten.
Gebauer verweist auf die Hypothese des Philosophen Fabio Vighi: Die Weltwirtschaft wurde nicht wegen eines Virus angehalten, sondern um den Kollaps des globalen Finanzsystems zu verhindern. Schon 2019 deutete sich ein Zusammenbruch der Märkte an, ähnlich wie 2008, doch diesmal reichten herkömmliche Mittel nicht mehr aus. Die These lautet: Man musste die Realwirtschaft künstlich ins Koma versetzen („Abwürgen“), damit das frisch gedruckte Zentralbankgeld – das „Fiat Money“ – im Finanzkreislauf bleibt und nicht zu einer Hyperinflation in der realen Welt führt.
Gebauer vergleicht das Finanzsystem eindrücklich mit einem Drogensüchtigen: Wenn die Wirkung der Droge (billiges Geld) nachlässt, droht der kalte Entzug. Statt diesen schmerzhaften, aber heilsamen Entzug zuzulassen, wählte man den Weg, dem Süchtigen immer höhere Dosen zu verabreichen, um den Kollaps hinauszuzögern.
Das Schweigen der Richter und Ärzte
Besonders erschütternd ist Gebauers Analyse aus der Perspektive des Juristen. Er beschreibt ein historisches Versagen der Justiz: Die Gerichte haben es versäumt, die entscheidende „Tatfrage“ zu stellen. Anstatt Beweise zu erheben und Fakten eigenständig zu prüfen, zogen sich Richter auf den Standpunkt zurück, dass Behörden wie das RKI über unfehlbares Wissen verfügten.
Damit, so Gebauer, wurde die Gewaltenteilung faktisch ausgehebelt. Wenn die Justiz die Exekutive nicht mehr kontrolliert, sondern deren Behörden blind vertraut, stirbt der Rechtsstaat. Er berichtet von Richtern, die aus purer Angst, Verantwortung für potenzielle Todesfälle zu übernehmen, lieber Grundrechte einschränkten, als die Verhältnismäßigkeit zu prüfen.
Auch die Ärzteschaft kommt nicht ungeschoren davon. Gebauer kritisiert, dass viele Mediziner gegen ihr Berufsethos handelten, indem sie Weisungen von Nicht-Medizinern (Politikern) folgten, statt eigenverantwortlich zu behandeln. Das Befolgen von Protokollen ersetzte das ärztliche Gewissen – ein Phänomen, das Cibis treffend als „soldatisch“ beschreibt.
Der Ausweg: Haftung statt Moralappelle
Doch Gebauer und Cibis bleiben nicht bei der düsteren Bestandsaufnahme stehen. Wie entkommen wir dieser „organisierten Verantwortungslosigkeit“? Gebauers Lösungsvorschlag ist so radikal wie bestechend: Haftung.
Er fordert, dass Politiker für ihre Entscheidungen persönlich haften müssen, ähnlich wie Vorstände von Aktiengesellschaften. Wer fahrlässig Schäden anrichtet, soll mit seinem Privatvermögen einstehen – etwa bis zur Höhe von anderthalb Jahresgehältern.
Die Logik dahinter ist zwingend: Haftungsrecht ist Qualitätsmanagement. Sobald ein Politiker oder ein Berater persönlich für Fehlentscheidungen geradestehen muss, wird er aufhören, riskante oder ideologische Experimente an der Bevölkerung durchzuführen. Das „Unwesen der Sachverständigen“, die im Hintergrund agieren ohne Risiko, würde sofort enden.
Zudem plädiert Gebauer für eine Währungsreform oder die Zulassung paralleler Privatwährungen, um dem staatlichen Geldmonopol und der damit verbundenen Inflationspolitik zu entkommen. Nur durch Wettbewerb der Währungen und echte Haftung der Entscheider kann die Freiheit zurückgewonnen werden.
Fazit
Dieses Gespräch ist eine intellektuelle Rüstung für die Zukunft. Wer verstehen will, warum sich Institutionen gegen die Bürger wenden, warum das Geldsystem unser politisches Handeln bestimmt und wie ein echter demokratischer Neustart aussehen könnte, kommt an diesem Video nicht vorbei.
Die Webseite von Carlos A. Gebauer finden Sie HIER





