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Deutschlands Defekt
In einem pointierten Gespräch mit dem Filmemacher Robert Cibis präsentiert der ehemalige ZDF-Moderator, Hauptstadtstudioleiter und Bestsellerautor Peter Hahne die zentralen, hochkritischen Thesen seines Buches „Warum macht ihr uns kaputt?“. Hahne zeichnet darin das beunruhigende Bild einer Nation, deren Substanz, Wirtschaft und Infrastruktur – symbolisiert durch 58 marode Brücken allein in der Hauptstadt Berlin – von der aktuellen politischen Führung systematisch an die Wand gefahren werden. Für den Publizisten ist dieser beispiellose Niedergang kein Zufall und keine reine Inkompetenz, sondern das Resultat einer Ära der völligen Verantwortungslosigkeit.
Während in früheren demokratischen Phasen Politiker bei Verfehlungen noch Anstand bewiesen und zurücktraten, würden heute Personen, die Schuld auf sich geladen haben, in ihren Ämtern belassen oder gar befördert. Anstatt dem Wohl der Bürger zu dienen, agiere die politische Elite zunehmend in einer abgehobenen Parallelgesellschaft, die sich gemeinsam mit den Leitmedien meilenweit von der Lebensrealität der Bevölkerung entfernt habe.
Ein zentrales Thema des Dialogs ist der dramatische Wandel in der Medienlandschaft, den Hahne aus seiner 52-jährigen Erfahrung als Journalist und Moderator scharf verurteilt. Wo in der Vergangenheit das eherne Prinzip „Fakten, Fakten, Fakten“ galt, um dem Bürger eine eigenständige und mündige Meinungsbildung zu ermöglichen, herrsche heute ein gouvernantenhafter Haltungs- und Missionsjournalismus vor. Redaktionen und Moderatoren würden dem Publikum inzwischen vorschreiben wollen, was es zu denken habe, und verwechselten Berichterstattung mit politischer Erziehung.
Robert Cibis ergänzt diese Beobachtung mit dem Hinweis, dass an Journalistenschulen und durch EU-Förderprogramme seit 2007 ganz offen sogenanntes „Impact Producing“ gelehrt werde – das bewusste Erzeugen von politischer Wirkung, was im Kern nichts anderes als Propaganda sei. Hahne illustriert diese schleichende Ideologisierung an konkreten Beispielen, wie etwa der grafischen Manipulation von Wahlergebnissen im Fernsehen, durch die missliebige Parteien wie die AfD optisch gezielt kleingerechnet und marginalisiert würden. Auch die ehemals strikte Gewaltenteilung und Distanz zwischen Presse und Politik existiere nicht mehr, man lebe in einem elitären Filz, in dem Politiker und Chefredakteure oftmals auf das Engste miteinander verwoben seien.
Als den ultimativen Katalysator und Augenöffner für diesen Verlust an demokratischer Integrität identifizieren beide Gesprächspartner die Corona-Massnahmenkrise. Diese Plandemie habe auf erschreckende Weise gezeigt, wie schnell Grundrechte außer Kraft gesetzt und kritische Experten – wie etwa Professor Sucharit Bhakdi oder Dr Wolfgang Wodarg – aus dem öffentlichen Diskurs verbannt und gesellschaftlich geächtet werden konnten. Hahne bezeichnet das damalige staatliche Vorgehen als Versuch der Politik auszutesten, wie weit sich das Volk domestizieren lasse. Besonders scharf verurteilen Cibis und Hahne die politische Heuchelei rund um die Plandemie: Während sich Politiker bei Maskendeals ungestraft bereichert hätten, sei die Bevölkerung massiv unter Druck gesetzt worden.
Beide weisen darauf hin, dass längst bekannt gewesen sei, dass die Impfungen nicht vor einer Ansteckung Dritter schützten, und dennoch sei unerbittlich das Narrativ der „Pandemie der Ungeimpften“ forciert worden, um Ungeimpfte gesellschaftlich auszugrenzen. Politiker wie Markus Söder oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hätten in dieser Zeit durch Vokabeln wie „Parasiten“ oder „Ratten“ den Boden für eine totalitär wirkende gesellschaftliche Spaltung bereitet, bei der der Staat primär mit Angst, Hetze und Hass operiert habe.
Eine entscheidende Rolle in der Analyse des deutschen Niedergangs schreibt Peter Hahne der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu, die er einerseits als machtpolitisch genial, andererseits als völlig emotionslos und berechnend charakterisiert. Er wirft ihr vor, die CDU inhaltlich entkernt und Konkurrenten wie Helmut Kohl oder Wolfgang Schäuble kaltblütig ausgeschaltet zu haben. Um ihre Macht abzusichern, habe Merkel sich im Kanzleramt bewusst mit einem Kreis abhängiger und mittelmäßiger Gefolgsleute umgeben, die ihr intellektuell nicht das Wasser reichen konnten und ihr bedingungslos treu ergeben waren. Als ihren ultimativen strategischen Schachzug wertet Hahne die Installation von Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin, wodurch Merkels Einfluss bis heute in Brüssel weiterlebe.
Darüber hinaus zieht Hahne brisante historische Parallelen zur DDR und verweist auf Merkels familiäre Prägung durch ihren Vater Horst Kasner, der in von der Stasi und dem KGB durchsetzten Kirchenstrukturen agiert habe. Für Hahne und Cibis drängt sich zunehmend der Verdacht auf, dass nicht die Bundesrepublik die DDR einverleibt habe, sondern dass vielmehr die Strukturen, Netzwerke und die Mentalität der DDR schleichend das gesamte wiedervereinigte Deutschland übernommen hätten, sodass heute Honecker der lachende Gewinner der Geschichte sei.
In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle der Kirchen scharf kritisiert. Hahne, der selbst jahrelang im Rat der Evangelischen Kirche saß, wirft den heutigen Kirchenvertretern vor, sich dem jeweiligen Zeitgeist und der Regierungspolitik völlig bedingungslos zu unterwerfen. Anstatt theologische und moralische Orientierung zu bieten, seien die westlichen Kirchen von linksradikalem Gedankengut der 68er-Bewegung unterwandert worden und feierten heute Regenbogen-Ideologie und staatliche Doktrinen. Die Kirchen hätten bei den Corona-Maßnahmen kritiklos mitgemacht und wiederholten damit den fatalen Fehler der Anpassung an totalitäre Systeme, den sie bereits in der NS-Zeit begangen hätten.
Dass die Politik heute mit Instrumenten wie der Forderung nach der Aufhebung der Anonymität im Internet (Klarnamenpflicht) versuche, unbequeme Kritiker einzuschüchtern, wertet Hahne als einen reinen Rachefeldzug der Herrschenden gegen jene, die in den vergangenen Jahren unangenehme Wahrheiten ans Licht gebracht haben.
Wegen dieser apokalyptisch anmutenden Bestandsaufnahme mündet das Gespräch in einen entschlossenen Aufruf zum zivilgesellschaftlichen Widerstand. Hahne warnt die bürgerliche Mitte eindringlich davor, weiterhin untätig zu schweigen. Dies bedeute für den Einzelnen, sich im unmittelbaren regionalen und lokalen Umfeld gegen ideologische Auswüchse zur Wehr zu setzen – sei es gegenüber Lehrern, in Kitas oder auf lokaler politischer Ebene. Die zunehmende Rückbesinnung auf Heimat und Identität sei ein lauter Hilfeschrei der Menschen gegen die zerstörerischen Auswüchse der transnationalen Kräfte. Auch Robert Cibis plädiert für eine neue Form der Selbstbestimmtheit, eine Art freiheitlicher Gemeinschaft, die sich von den übergriffigen, zentralisierten Machtstrukturen abnabelt und auf gegenseitiger Hilfe basiert. Beide sind sich am Ende einig: Der Schlüssel zur echten Veränderung liegt im furchtlosen und sichtbaren Bekenntnis jedes Einzelnen, in seinem Handeln ausserhalb des Kontrollgitters…





