Zwei englische Brüder, ein deutscher Freund – und ein Krieg, der sie auf gegensätzliche Seiten verschlägt. Roy ist pflichtbewusst, Monte ein Charmeur, der das Leben liebt und den Ernst der Lage lange nicht wahrhaben will. Ihre Freundschaft wird erst durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, dann durch eine Frau auf die Probe gestellt, die alles andere als das unschuldige Ideal ist, als das einer der Brüder sie sieht. Während sie als Jagdflieger in halsbrecherische Einsätze geschickt werden, muss ihr deutscher Studienfreund im Zeppelin Entscheidungen treffen, die ihn entweder zum Kriegshelden oder zum Verräter machen.
Der Film lebt von riesigen, real geflogenen Luftschlachten, in denen die Figuren immer wieder an den Punkt kommen, an dem sie wählen müssen: Loyalität, Liebe oder das eigene Überleben. Am Ende steht kein die Frage, was Mut im Krieg wirklich bedeutet…
„Hell’s Angels“ („Höllenflieger“) ist ein Erster-Weltkriegs‑Fliegerfilm, den der junge Multimillionär Howard Hughes Ende der 1920er Jahre in Hollywood produzierte und schließlich selbst inszenierte. Die Arbeiten begannen 1927 als Stummfilm über britische Kampfflieger im Ersten Weltkrieg; die Dreharbeiten und Nachbearbeitung zogen sich etwa vier Jahre hin. Hughes investierte dafür damals außergewöhnliche rund vier Millionen Dollar, was inflationsbereinigt heute einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag entspricht; es war einer der teuersten Filme seiner Zeit. Für die Luftaufnahmen setzte er Dutzende echte Flugzeuge, viele ehemalige Kriegspiloten und spezialisierte Kamerateams ein; bei Unfällen kamen mindestens drei Piloten ums Leben. Weil der Tonfilm gerade seinen Durchbruch hatte, ließ Hughes bereits gedrehte Szenen neu drehen bzw. ergänzte Tonsequenzen, was die Kosten weiter erhöhte. Mehrere Regisseure gaben das Projekt wegen Hughes‘ Perfektionismus auf; schließlich übernahm er selbst die Regie.
Besonders berühmt wurden die spektakulären Luftkämpfe, die mit damals neuartigen Kameraperspektiven direkt in der Luft gedreht wurden. Hughes flog selbst einige Szenen; bei einem Absturz verletzte er sich schwer im Gesicht und benötigte plastische Chirurgie, überlebte aber. Der Film verwendet sowohl Schwarzweiß- als auch frühe Farbsequenzen (z.B. für Szenen mit Jean Harlow), was zur Zeit der Premiere 1930 als Sensation galt. Jean Harlow wurde mit ihrer Rolle als Helen zum Star und prägte den Typus der platinblonden Hollywood‑Ikone der 1930er Jahre.
Bei seiner Premiere 1930 war „Hell’s Angels“ ein Ereignis, spielte viel Geld ein, deckte aber die enormen Produktionskosten nicht vollständig. Der Film gilt als Meilenstein des Flieger‑ und Kriegsfilms und als Beispiel für Hughes‘ Mischung aus technischem Größenwahn, Perfektionismus und Risikobereitschaft.
Der Name „Hell’s Angels“ wurde später von dem berühmten Motorradclub übernommen, der sich ausdrücklich auf den Filmtitel bezog.
Team
Regie: Howard Hughes, Edmund Goulding, James Whale
Produktion: Howard Hughes (Produzent)
Drehbuch: Marshall Neilan, Joseph Moncure March, Howard Estabrook, Harry Behn (Dialog / zusätzliche Mitarbeit)
Hauptdarsteller
Ben Lyon – Monte Rutledge
James Hall – Roy Rutledge
Jean Harlow – Helen
Wichtige Nebendarsteller
John Darrow – Karl Arnstedt / Armstedt
Lucien Prival – Baron Von Kranz
Frank Clarke – Lt. von Bruen (auch Stuntpilot)
Roy Wilson – „Baldy“ Maloney
Douglas Gilmore – Capt. Redfield
Jane Winton – Baroness Von Kranz
Evelyn Hall – Lady Randolph
Carl von Haartman – Zeppelin Commander
Ferdinand Schumann‑Heink – First Officer of Zeppelin
Frank Clarke – Stunt-Pilot und Darsteller (Lt. von Bruen)
Kamera: Tony Gaudio
Kamera (zusätzlich / Luftaufnahmen): Harry Perry
Schnitt: Douglass Biggs, Mabel Dietrich
Es wurden Dutzende Maschinen genutzt (u.a. umgebaute Doppeldecker, Zeppelin‑Modelle und Großaufnahmen im Studio), viele Manöver wurden real geflogen.
Premiere: 15. November 1930 (USA)





