NARRATIVE #96 by Robert Cibis | Dr. Julie Ponesse

Pandemische Ethik

Die Kanadische Philosophin und ehemalige Ethikprofessorin Julie Ponesse eröffnet im Gespräch mit Robert Cibis Einblicke in ihre Suche nach Menschlichkeit. Das herrschende Narrativ zerstöre die Debattenräume. Das führe zum Verlust autonomer Gedanken. Ihre Erkenntnis: wir sind allein - ohne uns Selbst. Das Gute ist, Neues und Schönes wird kommen.
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Pandemische Ethik

Dr. Julie Ponesse denkt kritisch. Sie liebt es, Regeln zu hinterfragen und ihren Geist für die Welt und das, was das Menschsein ausmacht, zu öffnen. Damals und heute. Nur ist der Unterschied, dass sich heute die kreative Kritiklust vorheriger Generationen irgendwie abgenutzt zu haben scheint. Wie es dazu kommen konnte, welche Hürden sie diesbezüglich selbst gestellt bekam und was einen Hoffnungsschimmer für die Zukunft der Menschheit ausmachen könnte, erörtert die Philosophin und ehemalige Ethikprofessorin in dieser Folge von Narrative.  

Dr. Julie Ponesse war Dozentin an der University of Western Ontario. Bis sie gefeuert wurde. Grund dafür, die strebsame Professorin zu entlassen, war ihr Hang zum kritischen Denken. Oder direkter formuliert: Sie wollte sich keine Spritze gegen COVID-19 injizieren lassen. Ob der Ironie-Grad, eine Ethikprofessorin so unethisch zu entlassen, noch zu toppen ist: wahrscheinlich nicht. Wie konnte es aber zu so einem menschlich und professionell absurden Verhalten ihrer Vorgesetzten kommen? Und wieso machen alle mit? Eine große Veränderung weg von der Individualität im kritischen Denken erkennt die Philosophin an der Uni selbst. War das Hinterfragen früher noch die gängige Lebenseinstellung ihrer Studenten, scheint sich der moralische Kompass bei den jüngeren Generationen mittlerweile festgehakt zu haben. Und zwar daran, was auch immer gerade gesellschaftlich als angesehen und angepasst gilt. Bloß nicht abweichen.

Die Individualität, der Einzelne: Das hat sich aufgelöst und wurde von der Gruppe oder dem Ideal der Gruppenzugehörigkeit absorbiert, so spekuliert die Philosophin. Gleichzeitig sind die Menschen heute so isoliert voneinander wie nie. Sie leben zum Teil viele Stunden des Tages virtuell, sind alleine, aber ohne eine Nähe zu sich selbst aufzubauen. Traurig. Zudem beklagt Julie Ponesse die schwindende Fähigkeit zur Empathie bei den Menschen. Die Gabe, sich in andere hineinversetzen zu können, ihre Besonderheiten zu sehen und bestenfalls zu akzeptieren. In dieser Folge von Narrative versucht sie zu erörtern, wie wir in eine Kultur des Wegsehens und Stillschweigens gelangen konnten, warum Fragen zu stellen, heute so schwierig geworden ist und was der Hoffnungsschimmer sein könnte, den der Anblick einer gerodeten Waldlichtung bietet.  

 

1:10 Einspieler aus dem Jahr 2021 vor Dr. Julie Ponesse

6:20 Beginn aktuelles Interview: Was sind Narrative?

10:45 Buch „My Choice“ von Dr. Julie Ponesse – The Ethical Case Against COVID-19 Mandates

12:30 Wie sind wir hierher gekommen? Was hat die Erfahrungswelt der Menschen fast überall auf dem Globus so ähnlich gemacht?

15:45 Zusammenbruch von Gemeinschaften über Jahrhunderte

19:43 Ist es ein psychologisches Bedürfnis, so isoliert zu werden obwohl wir uns danach sehnen, Teil einer großen Gruppe zu sein?

21:00 Was ist die kritische Rassentheorie und wie wird sie eingesetzt?  

22:15 Über Gleichstellungspolitik

23:58 Coronapolitik: Es scheint, als würde man die Sprache längst vergangener Zeiten wieder hören…

28:30 So viele irrationale Entscheidungen wurden getroffen: Welche anderen Interessengruppen gibt es als die üblichen Verdächtigen?

33:12: Wie sieht die Welt in der Zukunft aus? Was sind die verschiedenen denkbaren Szenarien?

37:15 Die Dreißiger- und Vierzigerjahre in Deutschland – und die Entwicklungen heute

38:15 Gibt es eine positive Aussicht?

42:40 Jede Zerstörung macht auch Platz für Neues.

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